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Bereitstellung von WinPE-Treibern

Im folgenden Kapitel gehen wir auf die Bereitstellung von WinPE Treibern ein, welche notwendig sind, um Hardware ansprechen zu können, die noch nicht von dem aktuellen WinPE nativ unterstützt werden.

Trotz häufiger Updates des Microsoft ADK, ist es möglich, dass bestimmte Hardwaretypen nicht bzw. nicht korrekt von den mitgelieferten Treibern angesprochen werden. Die Hersteller bieten in der Regel hierfür spezielle WinPE Treiberpakete an, welche Abhilfe schaffen.

 

Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei nicht immer um “vollwertig” im Betriebssystem einsetzbare Treiber handeln muss. Sofern der Hersteller Treiber für ihr Betriebssystem anbietet, möchten wir Sie bitten, diese auch für die Betriebssystem Installation zu nutzen.

Eine genaue Auflistung der freigegebenen Betriebssysteme können Sie in der Regel der Treiberpaket Readme-Datei entnehmen, oder ggf. beim Hersteller erfragen.

Treiberintegration für eine Bootkonfiguration

Für unseren Fall in der Schritt-für-Schritt Anleitung werden wir beispielhaft eine Workstation von Dell nutzen und die notwendigen Treiber integrieren.

Dell stellt hier die notwendigen Massenspeichertreiber bereits mit dem geläufigen Namen F6 Treiber bereit. Dieser Name leitet sich von der F6-Installationsmethode für Massenspeichertreiber eines Drittanbieters während des Windows Setups ab.

Wie auch für die F6-Installationsmethode, benötigen Sie zum Bereitstellen der Massenspeichertreiber, entpackte Treiber (in der Regel bestehen diese aus mindestens einer *.inf, *.cat und *.sys Datei. Häufig können auch mehrere dieser Dateien in einem Treiberpaket vorkommen).

  1. Nachdem Sie sichergestellt haben, dass die Treiber korrekt entpackt am gewünschten Ort abgelegt wurden, wechseln Sie in die EMC in den Menüpunkt Konfiguration > Boot Konfigurationen.

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Es empfiehlt sich, zunächst eine neue Boot Konfiguration zu erstellen und damit das Deployment zu testen. Nach erfolgreichen Tests können die notwendigen Treiber in eine produktive Boot Konfiguration übernommen werden.

  1. In der Übersicht der Boot Konfiguration finden Sie rechts unten “Zusätzliche Treiberverzeichnisse”.
  2. Hier werden ggf. bereits integrierte Treiberverzeichnisse dieser Boot Konfiguration angezeigt. In diesem Fall erstellen wir eine neue Boot Konfiguration und das Fenster “Zusätzliche Treiberverzeichnisse” zeigt aktuell nichts an.
  3. Wählen Sie nun die Schaltfläche  clipboard_e0072492d58d40312d56dadbbe07abcc3.png und navigieren Sie in dem sich öffnendem Dateibrowser zu der Treiberablage, in die Sie die Treiber entpackt haben.

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Es bietet sich an, stets sprechende Namen zu wählen, um zu einem späteren Zeitpunkt ggf. in der Lage zu sein, nachzuvollziehen welcher Treiber durch einen Nachfolger ersetzt werden soll, aber auch, um anderen Kollegen die Identifikation der Treiber zu erleichtern.

 

Die ausgewählten Verzeichnisse müssen sich auf einer Freigabe befinden, die dann auch vom Aktivierungsdienst zugänglich sind. Stellen Sie sicher, dass der Benutzer, unter dem der Aktivierungsdienst läuft, Zugriff auf die Freigabe hat und das von dem Computer, auf dem der Aktvierungsdienst läuft, auch auf die Freigabe zugegriffen werden kann.

Für die Dateiablage und alle Pfadangaben gilt eine maximale Pfadlänge von 256 Zeichen. Die folgende Zeichen ~ " # % & * : < > ? / \ { | } sind in Ordner, Datei und Pfadangaben nicht erlaubt.

Die EmpInst$ Freigabe muss hier verwendet werden.

 

  1. In diesem Fall fügen wir die Treiberverzeichnisse “SCSI” und “DRVLIB.NIC” der Boot Konfiguration hinzu.

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Beachten Sie, dass jedes Treiberverzeichnis einzeln hinzugefügt werden muss.

  1. Tragen Sie eine Beschreibung in das Beschreibungsfeld ein, dadurch wird die spätere Identifikation der Boot Konfiguration erleichtert.

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  1. Nachdem alle Änderungen ihren Wünschen entsprechen, bestätigen Sie diese mit einem Klick auf die Schaltfläche “Speichern”.

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  1. Die WinPE Boot Konfiguration wird nun erstellt und kann anschließend dem Client zugewiesen werden.

Der WinPE Agent versucht, passende Treiber für Geräte zu finden, die nicht durch die WinPE eigenen Treiber unterstützt werden. D.h. ein eventuell vorhandener WinPE Treiber wird stets den Vorrang erhalten vor einem nachträglich hinzugefügten Treiber.

Log-Datei Information lesen

Auf dem Client unter "x:\UAF" oder auf dem Server im Auto\MAC- oder Auto\UUID-Verzeichnis findet man die Logdatei "Matrix42.Platform.Service.Host.log". Darin findet man einen Abschnitt, der auf die fehlenden Gerätetreiber hinweist bzw. die Installierten Geräte anzeigt, falls zusätzliche Treiber in der Boot-Konfiguration hinterlegt wurden.

Hier im Beispiel wird etwa ein 'Ethernet Controller' als "Unsupported Device" gelistet. Und man sieht in den letzten Zeilen, dass keine Geräte installiert wurden, da hier in der Bootkonfiguration keine Treiber hinterlegt wurden.

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Anhand der Hardware-ID kann nach einem benötigten Treiber im speziellen gesucht werden.

Hat man nun Treiber in der Bootkonfiguration hinterlegt, dann sieht man anhand des Logs, dass die passenden Treiber installiert wurden. Es werden zusätzlich die Treiber-Dateien gelistet und welche Geräte diese unterstützen.

Die passenden Treiber werden dann noch nach Storage- und Netzwerk-Geräten gefiltert - alles andere wird nicht benötigt und somit auch nicht installiert. (Genau genommen werden nur die Geräteklassen Volume, DiskDrive, Net, SCSIAdapter und HDC verwendet.)

Und es kommt schlussendlich zur Installation der Treiber, was man hier unten im Beispiel sieht: Es wird der Treiber für das Netzwerk-Gerät installiert.

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Prinzipiell werden nicht unterstützte Geräte immer aufgelistet - die installierten Geräte werden standardmäßig nicht gelistet. Möchte man alle Geräte, bzw. mehr Informationen über den Zustand der Geräte die Installation beigefügten Treiber sehen, muss man die Konfigurationsdatei "Matrix42.Platform.Service.Host.exe.config" auf dem Server im Verzeichnis "EmpInst$\Sys\Images\WinPE\binaries\UAF" ändern und die betreffenden Boot-Konfigurationen neu erstellen.

Hierzu muss man den Listener für die Logdatei als XML-Knoten zum Debug-Switch in der Logging-Konfiguration hinzufügen:

Unter <loggingConfiguration><categorySources>:

<add switchValue="Verbose" name="Debug">
  <listeners>
    <add name="OutputDebug TraceListener"/>
  </listeners>
</add>

muss man folgenden Listener hinzufügen:

<add name="RollingFlatFile TraceListener"/>
Sodass die Konfiguration etwa wie folgt aussieht und Debug-Logs in die Logdatei geschrieben werden:
<add switchValue="Verbose" name="Debug">
  <listeners>
    <add name="OutputDebug TraceListener"/>
    <add name="RollingFlatFile TraceListener"/>
  </listeners>
</add>

 

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